Die UWG Rommerskirchen will eine lebendige Landwirtschaft in Rommerskirchen. Wir sehen den Schwerpunktauftrag unserer Landwirtschaft in der Produktion hochwertiger Nahrungsmittel. Seit Jahrhunderten prägt die Landwirtschaft unsere Kulturlandschaft und unser Gemeindebild. Sie tut dies im Bewusstsein der Verantwortung für Mensch, Tier, Natur und Umwelt. Eigentum bedeutet aber auch Verantwortung. Auch Landwirte tragen die Verantwortung für Verkehrssicherheit, Rücksichtnahme und für vernünftige Straßen und Wege.  

Die Wirtschaftsentwicklung, die Schaffung und der Erhalt von Arbeitsplätzen in der Gemeinde Rommerskirchen und im Rhein- Kreis Neuss müssen im Einklang mit unseren natürlichen Lebensgrundlagen stehen.


Die Natur – im Sinne von Boden, Luft und Wasser – muss vor den durch menschliche Eingriffe unerwünschten Wirkungen durch entsprechende Planung geschützt und die Umweltqualität erhalten bzw. verbessert werden. Dies ist die Grundlage unserer Landwirtschaftspolitik.


Dem Schutz der Umwelt – gerade in unserer stark belasteten Gemeinde – wird die UWG deshalb höchste Aufmerksamkeit widmen.


Durch die umliegenden Großindustrieanlagen der Unternehmen RWE, VAW und Bayer Dormagen ist das Gemeindegebiet hohen Schadstoff-Immissionen ausgesetzt. Die damit verbundenen Gesundheitsrisiken für unsere Bevölkerung sind groß.
Des Weiteren erfährt Rommerskirchen durch den nahen Braunkohletagebau vielfältige Nachteile: abgesenkter Grundwasserspiegel, hohe Staubimmissionen, stete hohe Luftfeuchtigkeit und verminderte Sonneneinstrahlung durch die Kühlturm-Schwaden.


Die negativen Umwelteinflüsse und die intensive landwirtschaftliche Bewirtschaftung, denen unsere wertvollen Gillbachböden ausgesetzt sind, geben im erwachsenen Umwelt- und Gesundheitsbewusstseins der Bevölkerung Grund für große Sorge. Berücksichtigt man außerdem die landwirtschaftlichen Überproduktionen der Europäischen Union und die Fördergelderpolitik, könnte unsere Landwirtschaft damit weiter an Stellenwert verlieren. Um deren Zukunftschancen zu sichern, müssen sich die Agrarstrukturen grundsätzlich ändern.

Die Gemeinde Rommerskirchen gehört zu den waldärmsten Gebieten Deutschlands, die Wirtschaftsfläche wird in der Hauptsache intensiv landwirtschaftlich genutzt. Grundsätzlich sind deshalb alle Maßnahmen, die den Baumbestand in der Gemeinde erhöhen und eine Vernetzung der Landschaft mit Hecken (Biotopverbundnetz), zu begrüßen.
Des Weiteren sollten, wo möglich, landwirtschaftliche und andere Brachflächen aufgeforstet oder in Blühflächen umgewandelt werden.

Die UWG ist der Auffassung, dass für die in Rommerskirchen lebenden Menschen die Belastungsgrenze seit langem erreicht ist, und dass endlich die notwendige Umkehr stattfinden muss. Deshalb stehen wir für eine Ansiedlung sauberer und gesellschaftsverträglicher Gewerbe sowie nachhaltigen Umgang mit Ressourcen, insbesondere im Rahmen der Flächennutzung und -gewinnung. Neuansiedlungen müssen sozialverträglich sein und dürfen die Lebensqualität, insbesondere im Hinblick auf Luftverschmutzung und Lärmemissionen, nicht beeinträchtigen.


Wir werden es nicht akzeptieren, dass die Rommerskirchener Bevölkerung als zu vernachlässigende, weil im Vergleich zu Ballungsräumen statistisch nicht relevante Größe behandelt wird und fordern daher die Einbeziehung und angemessene Berücksichtigung unserer Bevölkerung in alle laufenden und zukünftigen wissenschaftlichen Untersuchungen hinsichtlich unserer Umwelt.


Bestehende Emissionen sollen nicht weiter erhöht, sondern

gesenkt werden.


Die BoA-Anlagen haben das Bild westlich von Rommerskirchen für immer verändert. Die UWG verschließt sich der Erschließung neuer Technik beim Umbau des RWE nicht. Doch das Ziel kann nur eine deutlich reduzierte Umweltbelastung der Menschen in Rommerskirchen sein.

Vorrangig müssen alle alten Kraftwerksanlagen schnellstmöglich und endgültig vom Netz genommen werden. Die in diesem Jahr getroffenen politischen Entscheidungen zur endgültigen Abschaltung der Braunkohlenkraftwerke in den nächsten 15 bis 18 Jahren erfordern jetzt schon Planungen für die Zeit nach der Braunkohlenverstromung.

Hier muss es auch zu einem regen Austausch mit RWE kommen, um die anderweitige Weiternutzung der Kraftwerksflächen oder deren vollständigen Rückbau zu gewährleisten und damit den Flächenverbrauch für industrielle Großanlagen in unserer Region zu reduzieren.

Die UWG setzt sich grundsätzlich für die Förderung regenerativer Energien ein. Wind- und Solarenergie sind Energien der Zukunft und müssen gefördert und ausgebaut werden.  Aber auch wenn ein Umdenken in Bezug auf erneuerbare Energien unvermeidlich ist, lehnt die UWG das blinde Umsetzen gesetzlicher Rahmenbedingungen auf Kosten der hier lebenden Menschen und deren Lebensqualität ab.  

Auf keinen Fall darf die ohnehin hohe Belastung der Rommerskirchener Bevölkerung durch die Ansiedlung weiterer industrieller Großprojekte noch weiter ansteigen.

In den Nachbarstädten werden „Bürgersolaranlagen“ insbesondere auf öffentlichen Gebäuden unterstützt. Diese Modelle können und sollten auch auf Rommerskirchen übertragen werden.

Die UWG lehnt Müllverbrennungsanlagen entschieden ab. Wichtigstes Ziel der Abfallwirtschaft muss die Müllvermeidung und Müllverwertung sein und nicht der Mülltourismus.

Nicht nur bei der Abfallwirtschaft, sondern auch in den übrigen Umwelt- und Technologiebereichen wird künftig vermehrt nach alternativen und umweltfreundlichen Methoden gesucht werden müssen. Müll muss zudem als Wirtschaftsgut gesehen werden. Altpapier wird weiterverarbeitet und zu neuen Stoffen verarbeitet. Unsere Initiative zum Verkauf des Altpapiers und die damit erzielten Gelder konnten ab 2009 in den Gebührenhaushalt eingestellt werden und damit eine Verteuerung der Müllgebühren verhindert bzw. reduziert werden.

Biomüll stellt gleichermaßen ein Wirtschaftsgut dar. Auch hier liegen Einsparungsmöglichkeiten für den Gebührenhaushalt. Bei der naturnahen Regenwasserbewirtschaftung muss die Gemeinde endlich einmal neue Wege gehen. Es geht hier nicht nur um die Versickerung im Boden, sondern auch Zisternenbau und Dachbegrünung muss dem Bürger vorgeschlagen werden. Es kann nicht sein, dass immer nur die Größe der Abwasserkanäle drastisch zunimmt. Wasser wird immer teurer und knapper.

Der Schutz der immer knapper werdenden Ressource Wasser wird in den nächsten Jahren einen immer höheren Stellenwert bekommen.